Albtraum

Albträume – nächtliche Botschaften der Psyche?

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Stürmische Verfolgungsjagden, tiefer Fall ins Bodenlose, man steht komplett nackt auf einem belebten Platz und es gibt keine Möglichkeit sich zu bedecken. Wer solche Szenarien des Nachts träumt, schreckt oft voller Panik auf und ist zunächst orientierungslos. Spätestens beim ersten Kaffee verfliegt der Albtraum. Viele stellen sich dann aber die Frage, will mir der Albtraum etwas übermitteln?

Was ist ein Albtraum?

Wer einen schönen Traum erlebt hat, für den kann es ein perfekter Morgen werden. Man wacht ausgeruht und gut gelaunt auf. Wer allerdings einen Albtraum hatte und schweißgebadet aufgewacht ist, für den ist der Tag gelaufen. Im Grunde leidet ab und zu jeder Mensch unter einem Albtraum, der aber keine weiteren Beschwerden auslöst. Es gibt dennoch Menschen, die ständig darunter leiden.

Der chronische Albtraum

Kehren Albträume immer wieder, so kann das den Menschen stark belasten Mediziner sprechen von chronischen Albträumen, wenn er sich über einen längeren Zeitraum, mindestens einmal pro Woche auftritt. Es kann durchaus vorkommen, dass stets das gleiche Horrorszenario, den Schlafenden aus dem Traum aufschrecken lässt. Hier beginnt die schlechte Lebensqualität für Betroffene. Auch kann es zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit im Alltag kommen. Wer schon angsterfüllt aufwacht, der kann das negative Gefühl den ganzen Tag mit sich herumschleppen.
Wer unter seinen Albträumen leidet, muss das nicht unbedingt hinnehmen.

Warum träumen wir?

Neurowissenschaftler sind der Meinung, dass wir durch den Traum sogenannte Sinneseindrücke und Informationen aus dem Alltag verarbeiten. Psychologen deuten die Träume so, dass er eine körpereigene Therapie sein könnte. Es ist gerade der Traum, der uns in der Nacht zwingt, sich mit Emotionen auseinanderzusetzen, die der Alltag mit sich bringt. Albträume können auch auf unbewältigte Konflikte hinweisen. Sobald der Konflikt aber gelöst wurde, verschwinden die Albträume. Andere Betroffene deuten den Albtraum so, dass auf mögliche Zukunftsszenarien hingewiesen werden soll.

Warum haben wir Albträume?

Albträume können unsere starken negative Gefühle auslösen. Das können beispielsweise Angst, Ekel, Trauer oder Kummer sein.

Die verschiedenen Arten von Albträumen

  • Unangenehme Träume (dysphorische Träume)
  • Schlechte Träume, bei denen man nicht aufwacht
  • Albträume, de uns aus dem Schlaf reißen
  • Posttraumatische Albträume, aber auch sogenannte Flashbacks (das Wiedererleben des Traums), das nach einem Trauma auftreten kann, eventuell durch Krieg.

Ursachen für einen Albtraum

Im Grunde genommen sind die Ursachen für einen Albtraum, nicht unbedingt klar zu definieren. Es gibt aber Risikofaktoren, die einen Albtraum auslösen können.

Das sind:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBSD)
  • Bestimmte Medikamente wie etwa Blutdrucksenker, oft sogar einige Schlafmittel
  • Alkohol
  • Drogen
  • Chronischer Stress
  • Genetische Faktoren
  • Schnarchen
  • Schlafapnoe
  • Psychische Erkrankung, etwa Depressionen und Angststörungen

Wann kommt es zu Albträumen?

Jede Nacht durchlaufen wir verschiedene Schlafphasen, die zusammen einen Schlafzyklus bilden. Wichtig ist, dass in jeder Nacht etwa vier- bis sechsmal, dieser Schlafzyklus durchlaufen wird. Intensiv träumen wir in der REM-Phase.

Verschiedene Schlafphasen

Einschlafphase: Puls und Atmung wird durch das Einschlafen ruhiger Unser Körper entspannt sich. Allerdings können uns Licht oder Lärm, schnell wieder aufwecken.

Leichtschlafphase: Es finden kaum Muskel- oder Augenbewegungen statt, wir schlafen. Grundsätzlich verbringen wir einen großen Teil der Schlafzeit in der Leichtschlafphase.

Tiefschlafphase: In dieser Phase verarbeitet unser Gehirn Erlebtes und speichert das in unserem Langzeitgedächtnis. Zudem regenerieren sich unsere Körperzellen, auch das Immunsystem verbessert sich

REM-Phase: Das steht für Rapid-Eye-Movement. dadurch bewegen sich unsere Lider schnell hin und her. Gewisse Bereiche im Gehirn, zeigen sich wie in einem wachen Zustand. In der REM-Phase treten Träume aber auch Albträume auf.

Kann der Arzt helfen?

Wer seine Albträume nicht in den Griff bekommt der sollte sich ärztliche Unterstützung suchen. Gerade wiederkehrende Albträume, können zudem auch auf eine psychische Erkrankung hinweisen. So kann eine Selbsttherapie, unter Umständen, die Symptome weiter verschlechtern. Erster Ansprechpartner sollte der Hausarzt sein, um mit ihm die Problematik des Albtraumes durchzusprechen. Eventuell wird er den Patienten an einen Facharzt überweisen. Wenn die Schlafprobleme sehr stark sind und wenn der Patient vor lauter Angst nicht mehr einschlafen kann, sollte der Arztbesuch nicht lange hinausgezögert werden. Fühlen sich Betroffene, trotz der Albträumen aber psychisch gesund und haken den Albtraum am nächsten Morgen einfach ab, der kann durchaus in Eigenregie versuchen, dem nächtlichen Schrecken Paroli zu bieten.

Was tun bei Albträumen?

Kommt der Albtraum öfter als einmal pro Woche und wenn der Patient stark darunter leidet, sollte das mit seinem Arzt besprechen. Sind die Ursachen für Albträume bekannt, so können diese behandelt werden, so dass der schlechte Traum eingeschränkt wird. Wenn Erkrankungen vorliegen, so sollten diese zuerst behandelt werden. Auch Medikamente können ein Auslöser sein. Hier kann mit dem Arzt eventuell ein anderes Präparat angewendet werden. Liegt eine Angststörung vor, kann unter Zuhilfenahme einer Psychotherapie die Ursache festgestellt werden.

Hilft ein Traumtagebuch?

Auch Albträume verschwinden nach dem Aufwachen schnell, so dass man sich nach kurzer Zeit nicht mehr an den schlechte Traum erinnert. Hier könnte eventuell ein Traumtagebuch hilfreich sein. Dort trägt man direkt nach dem Aufwachen, die Einzelheiten des Traums ein.

Albträume bei Kindern

Die ersten Albträume kommen beim Kind, wenn es zwei bis vier Jahre alt ist. Es ist dieser Lebensabschnitt des Kindes, wo eine Menge an Eindrücken auf das Kind einstürmt. Ihre Umgebung nehmen Kinder dann bewusst wahr, auch nicht so schöne Erinnern.

Die Ursachen:

  • erschreckende Vorlesegeschichten
  • gruselige Erzählungen
  • Stress in der Schule oder im Kindergarten
  • Strafandrohungen
  • schlechtes Gewissen
  • aufregende Erlebnisse am Tag
  • Streiterei mit den Spielkameraden
  • Probleme im familiären Umfeld, auch Verlustängste
  • angsteinflößende Filme oder Videos

Viele Kinder träumen ab und zu schlecht. Das dürfte kein Grund zur Sorge sein. Denn das Kind verarbeitet im Traum Erlebnisse und Gefühle, die es am Tag erlebt.