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Ein Leben am Abgrund – Die Boderline-Persönlichkeitsstörung

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Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, ist eine schwere psychische Erkrankung. Betroffene sind einem hohen Leidensdruck ausgesetzt. Diese emotional instabile Persönlichkeitsstörung, wie man Borderline auch nennt, haben etwa drei Prozent der Allgemeinbevölkerung.
Was tun bei Borderline-Symptomen? Wie können Patienten, mit den oft nicht kontrollierbaren Emotionen umgehen?

Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Borderline kommt vom englischen Begriff borderland, also Grenzland. Es gibt vielfältige Borderline-Symptome. Als Zeichen kann eine euphorische Stimmungslage sein, die innerhalb ganz kurzer Zeit genau ins Gegenteil kippen kann. Ein Mensch mit einer Borderline-Störung, hat oft aggressive und gewalttätige Gefühle, die sogar als sehr intensiv erfahren werden. Auf diese extreme Intensivierung der Emotionen, folgt meist ein Gefühl von innerer Leere. Sie sind dann nicht ansprechbar, es ist ihnen alles vollkommen gleichgültig.
Das Leben mit Borderline ist geprägt von Impulsivität und Instabilität. Hinter dieser Störung, können oft traumatische Kindheitserlebnisse stecken. Dabei kann es sich beispielsweise um einen sexuellen Missbrauch handeln, der Auslöser ist. Verlusterlebnisse in der Kindheit, eine emotionale Vernachlässigung oder Konflikte im Jugendalter, können auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hinweisen.

Wenn die Gefühle außer Kontrolle sind

Was sich dermaßen explosionsartig entlädt, kann Ausdruck einer massiven inneren Anspannung sein. Die kann entstehen, wenn Betroffene ihre täglichen Erlebnisse nicht emotional einordnen und damit nicht verarbeiten können. Borderline haben oft Probleme mit ihrer Identität, sie wissen häufig nicht, wer sie sind. Das wiederum kann zu einem geringen Selbstwertgefühl führen, mit dem Gefühl einer inneren Leere. Wenn der Stress zu heftig ist, suchen Betroffene nach Lösungen, damit sie die Anspannung abbauen können. Oft handeln sie dann unüberlegt und impulsiv, manchmal sogar selbst gefährdend. Das zeigt sich dann darin, dass sie exzessiv viel Geld ausgeben, Alkohol- und Drogenmissbrauch betreiben, bis hin zu Selbstverletzungen und Suizidgedanken.
Dabei sollte man gerade als Angehöriger diese Suizidäußerungen durchaus ernst nehmen. das die Hälfte aller Borderliner, wenigstens einmal einen Suizidversuch unternehmen.

Häufiger Auslöser die emotionale Vernachlässigung

Eine Borderline-Störung findet man meistens erst im frühen Erwachsenenalter. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung zeigt viele Symptome . aber auch viele Ursachen. Aber fast 40 bis 70 % der Betroffenen berichten, von fehlender Anerkennung, durch eine wichtige Bezugsperson und fehlender emotionaler Zuwendung, in der Kindheit. Daneben stehen auch sexueller Missbrauch und Misshandlungen.
Den Borderline-Patienten fällt es meist schwer, eine stabile und zwischenmenschliche Beziehung aufzubauen bzw einzugehen. Dabei suchen sie ihre eigene Wertschätzung in einem sehr intensiven Kontakt zum Partner, ja sie idealisieren ihn. Auf der anderen Seite steht aber eine große Angst verlassen zu werden und somit allein zu sein. Diese hohen Ansprüche, können Partner oft auf Dauer nicht erfüllen. So entsteht die Situation, dass sich irgendwann jeder Borderliner schwer enttäuscht sieht und wendet sich rücksichtslos vom Partner ab.
Expertendiskussionen sehen bei einem Borderline auch erbliche Faktoren und Störungen, die als Ursache für die Erkrankung gelten können. So können Fehlfunktionen in gewissen Hirnregionen, die für die Gefühlskontrolle, der Angst und den Aggressionen gelten, für die emotionale Instabilität, wie sie Borderliner Patienten zu eigen ist, verantwortlich sein.

Die Diagnose

Nicht jeder Borderliner-Patient hat einen Leidensdruck aller Verhaltensmuster und Symptomen gleichzeitig. Darüber hinaus können sie verschieden ausgeprägt sein. Deshalb ist eine Diagnose oft nicht leicht zu stellen. Damit sie aber doch gesichert werden kann, haben Fachärzte ein international standardisierter sogenannter Diagnoseschlüssel zur Hand. Mit psychologischen Tests und strukturierten Gesprächen werden andere psychische Erkrankungen ausgeschlossen. Viele Borderliner Patienten leiden darüber hinaus auch an Depressionen, Suchterkrankungen und Essstörungen.
Da die Borderline-Persönlichkeitsstörung oft mit einem selbst gefährdetem Verhalten einhergeht, handelt es sich um eine ernste und schwere Erkrankung, die in die Hände von erfahrenen Psychotherapeuten oder Fachärzten für Psychiatrie gehört. Um diesem Krankheitsbild den Schrecken zu nehmen, es gibt bewährte Therapiekonzepte.

Erfolg mit einer Psychotherapie

Große Wirksamkeit bei der Borderliner-Störung sind verhaltenstherapeutische Methoden. Damit erhalten Betroffene Strategien, um so ihre extremen Empfindungen und auch ihr Verhalten besser zu steuern. Diese Skills, die es für die Stressbewältigung gibt, wie etwa bei der Dialektischen Behaviorale Therapie (DBT), können Betroffene besser mit ihrer inneren Anspannung umgehen. Negative Emotionen werden früher erkannt, können dann kontrolliert und abgebaut werden.
Es gibt noch viele andere Therapieformen, die auch gute Erfolge gezeigt haben.
Beispielsweise die Schema fokussierte Therapie (SFT), die dabei hilft, um festgefahrene Verhaltensmuster zu erkennen und abzulegen. Deutet die Erkrankung auf ein Trauma hin, ist oft eine spezifische Traumatherapie hilfreich. Zur Unterstützung dieser Therapien können entsprechende Medikamente verabreicht werden, gerade dann, wenn zusätzlich eine Angststörung oder wenn Depressionen vorliegen.

Der Unterschied zwischen Exzentriker und Borderline

Damit eine genaue Diagnose gestellt werden kann, sollte ein Facharzt hinzugezogen werden. So gibt es viele Symptome, die auch auf Menschen hindeuten, die einfach exzentrisch sind, aber kein Borderline-Syndrom haben.

Wie können Angehörige helfen?

Wer mit einem Partner zusammenlebt, der an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet, der steht vor einer großen Herausforderung. Die starken Stimmungsschwankungen können auf Unverständnis treffen und die zwischenmenschlichen Beziehungen stark belasten.
Deshalb wird Angehörigen geraten, sich über die Erkrankung ein Bild zu machen, damit das Verhaltensmuster des Partners besser verstanden werden kann. Wichtig ist dabei aber auch, dass das oft schwierige Verhalten der Betroffenen, nicht persönlich genommen wird. Dennoch kann es sinnvoll sein, dass sich Betroffene professionelle Hilfe suchen, um so den Partner in seiner Therapie gut begleiten zu können. Dabei ist es sinnvoll Ruhe zu bewahren und wie vor schon erwähnt, sich professionelle Hilfe zu suchen. Angehörige sollten auf die eigenen Grenzen achten und ihr eigenes Leben nicht unterzuordnen.