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Durchfall (Diarrhoe) – ein oft verschwiegenes Problem

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Durchfall oder medizinisch Diarrhö oder Diarrhö ist eine sehr unangenehme Befindlichkeit. Durch die vermehrte Stuhlentleerung wird nicht nur das Wohlbefinden empfindlich gestört, sondern auch der Flüssigkeits- und Energiehaushalt. Hält der Durchfall einige Stunden an, kann er den Körper stark schwächen. Aber was steckt hinter einem Durchfall und wie kann er behandelt werden?

Was ist Durchfall?

Das Bild des Durchfalls wird durch die Stuhlbeschaffenheit und -frequenz bestimmt. Selbst im Normalfall kann beides von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein. So leidet jemand ständig unter einer Verstopfung und hat nur alle zwei Tage Stuhlgang, während ein anderer täglich zur Toilette muss.
Man sollte bedenken, dass ein dünner oder breiiger Stuhl noch keinen Durchfall darstellt. Als Voraussetzung müssen Betroffene mehrmals am Tag, zumindest dreimal, Stuhl mit dünner Konsistenz entleeren. Das Stuhlvolumen oder das – Gewicht muss dabei nicht erhöht sein.
Im Grunde genommen kennt jeder dünnflüssige Stuhl. Kommt aber Erbrechen hinzu und fühlt sich der Mensch nicht so gut, kann es sich um eine Magen-Darm-Grippe oder einen Infekt handeln.
Wird ein Durchfall nicht behandelt, kann der Körper austrocknen (Dehydration), hier besonders bei Älteren und Kindern.

Wie kommt es zu Durchfall?

Man kann zwei Mechanismen benennen:

  • Der Darm gibt infolge einer -entzündung vermehrt Salze und Wasser ab, auch Schleim oder Blut können beobachtet werden. Diese Diarrhö tritt ein, wenn Bakterien oder Viren die Ursache sind
  • es verbleiben Stoffe im Darm, wie Fett oder Stärke aus der Nahrung. Diese binden die Flüssigkeit und es kommt zu einer osmotische Diarrhö. Osmose bedeutet, dass ein Verdünnungseffekt im Darm entsteht. Der Auslöser hierbei können Aufnahmestörungen wie Fruchtzucker oder Milchzucker (Kohlenhydrate) sein.

Akuter oder chronischer Durchfall?

Der Arzt unterscheidet zwischen einem akuten (hier können zwei Wochen Dauer beobachtet werden) Durchfall und einem anhaltenden (zwei bis vier Wochen) anhaltendem Durchfall.
Beim plötzlich auftretendem Durchfall, der oft nur einige Tage andauert, steht fast immer eine Entzündung mit Krankheitserregern, oft Viren oder Bakterien. Hier ist ganz typisch der Reisedurchfall.

Ursachen auf einen Blick

Der akute Durchfall (1)

  • akute Darminfektionen, Reisedurchfall
  • Lebensmittelvergiftung
  • Pilzvergiftung
  • Vergiftung mit Chemikalien

Der akute Durchfall (2)

  • Angst, Stress
  • Koffein, Tein
  • Medikamente, hier Abführmittel, Antibiotika
  • Gefäßverschluss des Darms
  • Strahlenbehandlung, akute Strahlenkolitis

Der chronische Durchfall

  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Reizdarm
  • Entzündete Darmdivertikel
  • Chronischer Alkoholmissbrauch
  • Durchblutungsstörungen des Darms
  • Tumoren und Polypen
  • Durchfall nach einer Magen-Darm-Operation
  • Hormonell aktive Tumoren
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Diabetes mellitus

Wann sollte der Arzt aufgesucht werden?

Die Diarrhö, die akut und oft heftig auftreten kann, sich aber auch chronisch zeigt, ist im Grunde genommen keine kleine Unpässlichkeit mehr. Das bedeutet, sollte der Durchfall länger als drei Tage andauern, sollte ein Arzt konsultiert werden. Kommen Fieber, Erbrechen und starke Bauchschmerzen hinzu, ist eine notfallmäßige ärztliche Betreuung erforderlich. Das gleiche Vorgehen ist auch bei sehr blutigem Stuhl notwendig oder bei einem Vergiftungsverdacht.
Neben der körperlichen Untersuchung und Fragen zur Anamnese (Krankheitsgeschichte) werden dann oft gezielte Untersuchungen, wie etwa eine Blut- oder Stuhluntersuchung vorgenommen.

Was kann bei Durchfall gegessen werden?

Der Klassiker bei Durchfall ist Zwieback. Er ist bekömmlich und liegt nicht schwer im Magen, zudem ist er sehr lange zu lagern. Auch ein geriebener Apfel oder pürierte Bananen bieten sich an. Neben Reis auch Kartoffel oder eine Möhrensuppe. Wichtig ist, viel zu trinken. Hier kann auf Kamillentee zurückgegriffen werden. Der schwarze Tee mit seinen Gerbstoffen beruhigt ebenfalls den Darm.