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Corona Mutanten

Corana und kein Ende – jetzt kommen die Mutanten

Die Infektionszahlen gehen zurück, der strenge Lockdown zeigt Wirkung. Aber die Hoffnung auf Lockerungen sinkt, denn es steht ein neues ansteckendes Corona-Virus in den Startlöchern, die Corona-Mutanten. Aber wie gefährlich sind sie wirklich und sind eine Verlängerung der Maßnahmen gerechtfertigt?

Ein Überblick

Die neuesten Entwicklungen über Beratungen zur Corona-Pandemie lassen nichts Gutes erahnen. Alles deutet auf verlängerte Maßnahmen hin. Der Grund sei die Ausbreitung der neuen Corona-Mutanten, die kaum einen Spielraum für eine Lockerung ergeben.

Wie weit haben sich die Corona-Mutanten in Deutschland bereits verbreitet?

Konnte an vor einigen Tagen darüber noch spekulieren, so wurde eine erste Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI) der neuen Virus-Variante vorgestellt. Der RKI-Präsident Lothar Wieler erläuterte, dass das Virus noch keine Müdigkeit zeige, es hat sogar jetzt einen Boost bekommen. Hierzulande seit vor allem die Variante B.1.1.7 auf dem Weg, die man zuerst in Großbritannien entdeckt hatte.


Bei einer Analyse von etwa 30000 positiven Corona-Proben wurde die britische Mutation 1800 mal mehr nachgewiesen. Das zeigt einen Anteil von 5,8 %. Die Datenlage sei zwar noch dünn, allerdings gibt es deutliche Ansätze einer zunehmenden Verbreitung dieser Variante. Andere Mutanten, die in Südafrika und Brasilien aufkamen, sind hier nur äußerst selten festzustellen.

Können die mutierten Varianten noch gestoppt werden?

Die Bundeskanzlerin sprach das aus, was viele befürchten, dass die britische Variante in Deutschland sehr schnell dominant sei. Es wird angenommen, dass sich diese alle zehn Tage verdoppeln werden.
Wie Virologe Lauterbach bemerkte werden die Fallzahlen bis Ende Februar sinken, dann stünde die dritte Welle der Corona-Pandemie bevor. Er meinte, dass die britische Variante sich in Deutschland schon erheblicher verbreitet hat, als bekannt. Der Virologe plädierte deshalb auf eine Verschärfung der Corona-Regeln.

Welche Corona-Variante ist nun gefährlicher?

Die britische Variante bereite am wenigsten Kopfzerbrechen, sondern eher die südafrikanische Mutante. Wie Studien bislang zeigten, treten Zweifel bei der Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffes auf. Er schütze nur minimal vor leichten bis eventuell moderaten Erkrankungen.
Allerdings seien die Studien noch sehr klein und es seien nur jüngere Menschen mit leichten Verläufen getestet worden. Über schwere Krankheitsverläufe liegen keine Daten vor. Die WHO aber empfiehlt die weitere Vergabe. Der Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer, so deuten erste Laborergebnisse ab, sei wirksam auch gegen Schlüsselmutationen der südafrikanische als auch der britischen Variante.

Kann man den Impfstoff anpassen?

Impfstoffe helfen zumindest teilweise gegen diese Varianten. Müssen sie angepasst werden, so könnte das mit den Boten-RNA (mRNA) basierten Impfstoffen von Biontech, Moderna oder als Perspektive auch Cureva, schnell geschehen. Eine Umstellung der Produktion könnte in etwa sechs Wochen durchaus realisiert werden. Allerdings doppelt so lange könnte der Prozess bei Vektor-Impfstoffen, wie etwa Astrazeneca andauern. Wobei Astrazeneca eine neue Impfstoff-Generation für den Herbst bringen möchte, die besser vor den Varianten schützt.
Allerdings muss man dabei auch noch die Zulassung beachten. Wie lange der Prozess dauert und welche besonderen Anforderungen an diesen umgestellten Impfstoff gestellt werden, wird zur Zeit noch diskutiert. Es wird von einem kompletten andauernden Prozess von etwa vier bis sechs Monate ausgegangen.

Wann klappt es mit der Herdenimmunität?

Eine sehr wirksame Waffe gegen die Mutationen stellt immer noch die Herdenimmunität dar. Das könnte eventuell im Herbst soweit sein, denn bis dahin wird die Impfstoff-Produktion stark hochgefahren. Dass es im Herbst auch eine weitgehende Immunisierung und eine Verringerung der Infektionszahlen gibt, müssten die nicht nur die Abstandsregeln, sondern auch andere Maßnahmen eingehalten werden.