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Chlamydien

Die (un)heimliche Krankheit Chlamydien

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Eine Chlamydien-Infektion zählt zu den meist sexuell übertragbaren Erkrankungen und zwar weltweit. Ausgelöst wird die Infektion mit den Bakterien Chlamydia trachomatis. Wird früh eine Diagnose gestellt, mit nachfolgender Behandlung, kann eine gefürchtete Unfruchtbarkeit verhindert werden.

Wie häufig kann eine Chlamydien-Infektion auftreten?

Es sind bis zu zehn Prozent der Bevölkerung, die mit Chlamydien infiziert sind. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. Sie können gleichermaßen von der Chlamydien-Infektion betroffen sein und gelten somit als Überträger der Bakterien. Man spricht von 70 bis 80 % der Frauen und ungefähr der Hälfte der Männer, bei denen keine Symptome auftreten. Dennoch könnte eine nicht behandelte Infektion, besonders bei Frauen, zur Unfruchtbarkeit führen. Der Fokus aber liegt gerade bei jungen Mädchen und Frauen, sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Chlamydien zu infizieren.. Allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 300.000 Frauen, an der Chlamydien-Infektion. Genaue Zahlen gibt es aber nicht, da diese Infektion nicht gemeldet werden muss.
Es wird gefordert, dass flächendeckende Tests für Mädchen und für junge Frauen bereitgestellt werden. Zur Zeit bieten gesetzliche Krankenkassen einmal jährlich Tests für Frauen bis zum 25. Lebensjahr an.

Wichtig – die frühe Erkennung

Es ist so, dass nicht jede Frau, durch den Keim unfruchtbar wird. Normalerweise wird das Immunsystem mit der Infektion fertig, ohne dass Langzeitschäden entstehen. Ebenfalls als gute Nachricht ist anzusehen, dass mit einem Test beim Frauenarzt die Infektion festgestellt werden kann. Erkennt man den Erreger frühzeitig, kann er mit einem Antibiotikum behandelt werden. In den meisten Fällen heilt die Chlamydien-Infektion folgenlos aus, sofern zu diesem Zeitpunkt noch keine Folgeschäden aufgetreten sind.
Gerade junge Mädchen sind gefährdet und zwar aus anatomischen Gründen beim Geschlechtsverkehr. Denn meistens wird der Muttermund als erstes infiziert, wobei sich die Chlamydien dort besonders häufig festsetzen. Oftmals spielen bei einer Infektion auch die wechselnden Geschlechtspartner eine bedeutende Rolle. So ist jede zehnte Siebzehnjährige bereits mit dem Keim infiziert.

Was kann nach der Ansteckung passieren?

Wenn Frauen und Männer eine Chlamydien-Infektion haben, zeigt sich manchmal ein wässrig-eitriger Ausfluss oder als Brennen während des Wasserlassens. Es können aber auch Augenentzündungen und später auch Gelenkentzündungen als eventuelle Folgen auftreten. Wenn die Frau oder das Mädchen beim Sex infiziert, können sich die Bakterien zuerst in den Genitalschleimhäuten festsetzen, was dann zu einer Entzündung des Gebärmutterhalses führen kann. Auch größere Teile der Gebärmutter können dann befallen sein. Das kann zu vermehrt Ausfluss, leichten Blutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Es können aber auch Zwischenblutungen im Zyklus auftauchen.
Wenn das Immunsystem mit den Bakterien nicht fertig wird, können die Erreger bis in die Eileiter gelangen, sehr selten sogar bis in den Bauchraum. So kann eine unbehandelte Chlamydien-Infektion eine schwerwiegende Eileiterentzündung hervorrufen, wobei diese oft mit starken Schmerzen und Fieber einhergeht. Kommt es zu einer chronischen Entzündung, können die Eileiter verkleben oder stark vernarben, was sie dann oft nicht mehr durchlässig macht. Entstehen kann daraus eine Unfruchtbarkeit oder eine Eileiter- und Bauchhöhlen-Schwangerschaft. Bei Mann können sich die Nebenhoden, Prostata oder die Harnröhre infizieren und sich dadurch entzünden. In sehr seltenen Fällen kann es dann auch beim Mann zu einer Unfruchtbarkeit kommen.
Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt und die Behandlung sofort eingeleitet, können diese Komplikationen vermieden werden.

Früherkennung – Chlamydien-Test

Einen Chlamydien-Test kann man bei jedem Frauenarzt/Frauenärztin durchführen lassen. Dabei wird im Labor der Urin auf Partikel des Bakterienerbgutes untersucht. Zeigt sich der Test positiv, kann das eine frische Infektion sein. Noch sicherer allerdings ist ein Zell-anstrich aus dem Gebärmutterhals. Hierzulande zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einmal jährlich so einen Test und war für Frauen bis zum 25. Lebensjahr. Werden andere Untersuchungsverfahren gewünscht, eventuell bei einem höheren Alter oder bei einem Mann, sollte man vorab die Kosten feststellen. Unter Umständen muss dann dieser Test selbst bezahlt werden.
Der Handel bietet war Selbsttests an. Doch was die Zuverlässigkeit anbelangt, so können Tests die der Arzt vornimmt, die bessere Wahl sein. Wer beim Selbsttest ein positives Ergebnis erhält, sollte unbedingt zu seinem Arzt gehen.
Wichtig dabei ist, vermutet der Arzt eine Infektion mit Chlamydien, so kann der Test im Rahmen der ärztlichen Diagnostik, von den Krankenkassen bezahlt werden.
Auch wichtig ist, dass man seinen Partner nicht unbedingt der Untreue bezichtigst, denn zu einer Infektion kann es bereits vor Jahren gekommen sein und zwar bei einem anderen Partner.

Behandlung und geschützter Sex

Um Chlamydien abheilen zu lassen, können verschiedene Antibiotika zum Einsatz kommen. Wenn die Behandlung mehrere Tage andauert, sollte man in dieser Zeit auf Sex verzichten. Bei einer Einmaltherapie werden bis zu sieben Tagen angesetzt. Wurde eine Chlamydien-Infektion festgestellt, wird empfohlen, dass sich auch der Partner untersuchen und behandeln lässt. In den meisten Fällen ist auch der Partner davon betroffen. Nur wenn der Partner sich mitbehandeln lässt, kann eine erneute Ansteckung verhindert werden. Normalerweise schützen Kondome vor einer Infektion, allerdings sollte auf eine korrekte Anwendung Wert gelegt werden. Ein Kondom sollte auch dann eingesetzt werden, wenn die Partnerin die Pille nimmt.