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Tilidin

Droge oder Medizin – Tilidin

Gerade in den letzten Monaten, konnte man verstärkt über das Medikament Tilidin lesen. Es handelt sich dabei um ein Schmerzmittel, das bei sehr starken Schmerzen eingesetzt wird. Allerdings tauchte der Name Tilidin oft bei Jugendlichen auf, die sich mit dem Mittel in einen Rausch versetzen möchten. Mit seiner euphorisierenden Wirkung, hat Tilidin aber den Hintergrund einer Abhängigkeit. Hochrisikogruppen zu denen Jugendliche und junge Erwachsene zählen, die aus desolaten Lebenssituationen kommen, sind besonders gefährdet, mit Tilidin in die Sucht abzurutschen.

Was aber ist Tilidin und wofür wird es eingesetzt?

Tilidin gehört zur Gruppe der Opioide. Das sind synthetisch hergestellte Substanzen, die bei der Behandlung von starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt werden.
Das Medikament wird beispielsweise:

  • nach Operationen
  • bei Krebserkrankungen
  • bei starken Gelenkschmerzen, etwa bei Arthrose
  • starke Rückenschmerzen
  • starke Nervenschmerzen

Tilidin ist ein reines Schmerzmittel, dass die Ursache nicht behebt, aber die oft damit einhergehenden Schmerzen lindert. Da das Opioid Tilidin bestimmte Rezeptoren im Körper aktiviert, sorgt Tilidin dafür, dass die Schmerzen nicht an das Gehirn weitergeleitet werden. Dadurch können Schmerzen gelindert werden. Wer Tilidin einnimmt, der sollte sich genau an die Empfehlungen seines Arztes halten, denn Tilidin kann bei unsachgemäßem Gebrauch abhängig machen.

Welche Nebenwirkungen können bei Tilidin auftreten?

Die Einnahme des Opioids Tilidin, kann neben psychischen Nebenwirkungen auch körperliche haben.
Unter Tilidin kann es zu ganz verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Deshalb ist es wichtig, bevor man das Mittel einnimmt, die Gebrauchsanweisung zu lesen.

Die häufigsten Nebenwirkungen können sein:

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Schwitzen
  • Benommenheit

Dazu kann es Beschwerden geben, die zum Magen-Darm-Trakt gehören:
Als Beispiel

  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Durchfall

Unter der Einnahme von Tilidin, kann es zudem zu einer Einschränkung der Aufmerksamkeit und Reaktion kommen. Auch kann es zu euphorischen Stimmungen kommen, die begleitet werden können, mit Halluzinationen oder auch Atemdepressionen. Da unter Einnahme von Tilidin das Reaktionsvermögen leiden kann, sollte beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen besondere Vorsicht gelten.

Wie wirkt Tilidin?

In den meisten Fällen nimmt man Tilidin als Tablette oder als Tropfen ein. Bei der Einnahme von Tropfen, tritt die schmerzlindernde Wirkung bereits nach wenigen Minute ein. Bei Retardtabletten gibt es eine verzögerte Wirkung. Genau wie bei anderen Opioiden, dockt der Wirkstoff an die Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem an. Die Schmerzübertragung wird dann blockiert, und der Patient leidet weniger Schmerzen. Durch die Einnahme von Tilidin, gerade auch die Tropfenform, bringt dem Patienten ein euphorisches Gefühl. Wer aber das Mittel über die vorgeschriebene Dosierung hinaus konsumiert, kann mit schwerwiegenden Entzugserscheinungen rechnen. Das kann sich zeigen in Muskelschmerzen, Übelkeit und Zittern. Ironischerweise kann sich aber auch das Schmerzempfinden steigern. Um dem entgegenzuwirken, wird Tilidin hierzulande der Wirkstoff Naloxon beigemischt. Die Wirkung des Opioids, wird mit diesem Opioid-Antagonist, ab einer bestimmten Grenze blockiert.
Wichtig ist aber dennoch, das Abhängigkeitspotenzial von Tilidin nicht zu unterschätzen. Gerade dann, wenn nach der Einnahme, nicht nur eine schmerzstillende Wirkung eintritt, sondern wenn der Patient sich generell besser fühlt, kann es dazu kommen, dass die Abstände zwischen den nächsten Einnahmen immer kürzer werden.

Therapeutischer Einsatz

Wie auch andere Schmerzmittel, wird auch das Opioid Tilidin zur Schmerzbekämpfung eingesetzt. Schwere Schmerzzustände, wie etwa bei einer Krebserkrankung, rheumatischen Erkrankungen oder Bandscheibenvorfälle, sind das Einsatzgebiet von Tilidin. Das kann dann vermehrt dazu führen, dass eine gewisse Abhängigkeit von Tilidin zu spät erkannt wird, da andere Erkrankungen vorlagern. Wer nun bei einer verspäteten Einnahme des Medikamentes oder bei einem ganzen Verzicht mit Entzugssymptomen reagiert, sollte sich mit seinem Arzt über die weitere Schmerztherapie beraten. Als Entzugserscheinungen können beispielsweise Übelkeit, Zittern, emotionaler Stress oder Stimmungsschwankungen auftreten. Ganz besonderes Kennzeichen für eine Sucht, ist das sogenannte „Craving“. Das ist ein sehr starkes Verlangen nach dem Mittel.

Kann Tilidin bei Entzündungen helfen?

Es gibt viele Erkrankungen, die mit Entzündungen begleitet werden. Darunter fallen auch Rheuma-Erkrankungen. Für solche Erkrankungen genügen oft die „klassischen“ Schmerzmittel, wie etwa Ibuprofen oder Diclofenac nicht mehr. Der Arzt wird dann womöglich ein Opioid wie etwa Tilidin verschreiben. Gute Erfolge zeigt das Medikament bei rheumatischen Beschwerden, denn die Schmerzen können wirksam gelindert werden. Betroffene erleben dann wieder die verloren gegangene Lebensqualität. Allerdings gibt es darauf zu achten, dass Tilidin nicht bei allen Entzündungsformen hilft. So kann eine sehr gute Schmerzlinderung bei Entzündungen nachgewiesen werden, aber bei chronischen Arthrose-Schmerzen ist es nicht das Mittel der ersten Wahl. Bei Arthrose helfen Schmerzmittel die entzündungshemmende Komponente haben wie etwa Diclofenac oder Ibu. Da Tilidin ein hohes Abhängigkeitspotenzial hat und auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben kann, sollte die Verordnung von Tilidin sehr sorgfältig erfolgen. Ohne ärztlichen Rat sollte das Schmerzmedikament sowieso nicht eingenommen werden.

Missbrauch und Abhängigkeit bei Tilidin

Eine Abhängigkeit von Tilidin zeigt verschiedene körperliche als auch psychische Folgeschäden. Diese sind deutlicher zu spüren, je länger mit Tilidin Missbrauch betrieben wurde. Körperliche Auswirkungen können demnach Schlafstörungen sein, Muskelabbau- und Gewichtsverlust. Dazu zählen aber auch Magen-Darm-Störungen oder Hautausschläge. Es kann zu chronischen Vergiftungen im Körper kommen, die sogar hirnorganische Schäden hinterlassen können. Zu den psychischen Auswirkungen bei einer Tilidin-Abhängigkeit können Wahnvorstellungen auftreten, die Denkfähigkeit wird vermindert. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und Depressionen.
Damit solche Folgeschäden gar nicht erst auftreten, ist es immens wichtig, Tilidin genau nach Vorschrift des Arztes einzunehmen. Besteht bereits ein Suchtverhalten, sollte man seinen Hausarzt oder Suchtberatungsstellen einschalten.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Wer mehrere Wirkstoffe einnimmt, muss unter Umständen mit Folgen rechnen. Man nennt das auch Wechselwirkungen. Werden andere Medikamente eingenommen, sollte der Arzt nach Wechselwirkungen hinterfragt werden, wenn er Tilidin verordnet.
Wichtig: Alkohol kann die Wechselwirkung verstärken. Wer also Tilidin einnimmt, sollte keinen Alkohol trinken.

Wann sollte Tilidin nicht eingenommen werden?

In folgenden Fällen, sollte auf die Einnahme von Tilidin verzichtet werden:

  • bei allergischen Reaktionen
  • bei anderen Suchterkrankungen. Das kann Alkoholsucht oder Medikamentensucht sein.

Hinweis: Wenn die Leberwerte nicht in Ordnung sind, kann es durchaus sein, dass der Körper Tilidin nicht richtig verarbeiten kann. Deshalb auch hier immer den Arzt fragen.

Kurze Zusammenfassung:

  • Tilidin ist ein stark wirksames Mittel gegen Schmerzen
  • Wenn der Arzt Tilidin verschreibt, sollten sich Patienten genau an die Empfehlungen zur Einnahme halten. Treten Nebenwirkungen auf, so kann mit dem Arzt oder dem Apotheker Rücksprache gehalten werden.
  • Die Arznei macht müde und benommen
  • Tilidin ist nicht frei verkäuflich.
  • Einsatz bei sehr starken Schmerzen, nach Operationen oder bei einer Krebserkrankung.